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Trommgesellen

Die Tromgesellenpaare begleiten ihre beiden Brunnenspringer, welche zur Fasntszeit zwei wichtige Aufgaben erfüllen:

- am Glombigen Doschdig die Fasnet ausgraben und
- am Fasnetssonntag sowie am Fasnetsdienstag sich beim Brunnensprung in die "Fluten" stürzen

Die erste urkundliche Erwähnung des Munderkinger Brunnensprungs war im Jahr 1742. Dieses Brauchtum wird seither in fast unveränderter Form gepflegt. Die Brunnenspringer werden aus der Trommgesellenmitte "erkoren". Es sind in der Regel Trommgesellen, die bereits seit einigen Jahren zu den Trommgesellenpaaren gehören. Die Ehre des Brunnenspringers wird jedem also erst gegen Ende seiner "Laufbahn" als Trommgeselle zuteil. Doch so manch Trommgeselle wurde niemals Brunnenspringer..... nämlich dann, wenn er "zu früh" heiratete. Die Brunnenspringer werden von ihren Brunnenspringermaiden begleitet. Dies sind oftmals jene Trommaiden, mit denen die Brunnenspringer in den zurückliegenden Jahren ein Paar bildeten.

Das Häs der Brunnenspringer:
Die Brunnenspringer tragen eine weiße Hose, ein rotes Wams (ähnlich eines Bodys aus Samt) mit dem Zunftwappen auf der Brust, darüber eine grüne Weste mit gelbem Futter und braune Sandalen . Das wichtigste Utensil ist der Brunnenspringerkrug, in welchem sie von ihren Maiden weißen Glühwein zum Wärmen bekommen. Beim Brunnensprung werfen sie nach dem Ausbringen ihrer Trinksprüche den Krug an die Brunnensäule, der dort zerschellt.

Die Trommgesellenpaare:
Die Trommgesellenpaare sind unverheiratete junge Frauen (Maiden) und junge Männer (Gesellen), welche vom Obergesellen angeführt werden und pärchenweise den Umzugsweg tanzen. Hierbei werden sie von den Trommler und Pfeifern musikalisch begleitet. Zum Brunnensprung tanzen die Trommgesellenpaare auf dem Podium der Burg den Hopser&Schleifer.

Die Trommmaid:
Die Trommaid ist ein lediges Madel. Ihr Häs besteht aus einem langen Samtkleid mit gefaltetem Rock, darunter trägt sie eine rüschenbesetzte Bluse. Als Kopfschmuck trägt sie eine Trachtenhaube mit zwei weißen langen Bändeln. Vervollständigt wird das Häs mit weißen Handschuhen, weißer Strumpfhose und brauen Schuhen. Gemäß der Tradition hält der Geselle seine Maid an der Fasnet aus, die Maid dafür ihren Gesellen am Funkensonntag beim Schönetrinken.

Der Trommgeselle:
Der Trommgeselle ist ein lediger Bursche, welcher als Trommgeselle springt, bis er als Brunnenspringer auserkoren wird. Neben den Gesellen gibt es noch den Obergesellen und den Untergesellen. Dies ist nach der Rangfolge der Gruppenzugehörigkeit festgelegt. Die Trommgesellenpaare werden vom Obergesellen angeführt, der Untergeselle läuft am Schluss.

Das Häs des Gesellen:
Als Kopfschmuck tragen die Gesellen eine Pagenperücke, darauf ein weinrotes Barett mit Trommelschlägel auf der linken Seite. Für den Spalier tragen die Gesellen einen Säbel am Gürtel. Eine farblich passende Strumpfhose haben Sie unterm Häs.

Am Glompigen, wenn „d’Fasnet reizündet wird“, graben die Brunnenspringer nach Aufforderung des Bürgermeisters die" Monderkenger Fasnet aus" . Er sagt hierbei "Brunnenspringer, grabet d'Fasnet aus". Dem bengalischen Feuer entsteigt dann der Trommeister, der vom Bürgermeister daraufhin den Schlüssel erhält, die Fasnetsgesetze ausruft, das Narrenlied anstimmt und es dann heißt "Jetzt isch Fasnet!"

Am Fasnetssonntag springen die zwei Brunnenspringer nach dem Umzug in den Brunnen. Dies ist sicherlich für jeden Brunnenspringer der Höhepunkt jeder Fasnet und der aufregendste Tag.
Beim Umzug am Fasnetssonntag fahren die Brunnenspringer mit Ihren Brunnenspringermaiden in einer Kutsche mit und werden hierbei von den Trommgesellenpaaren bis zum Podium am Brunnen begleitet.
Auf dem Podium wird der erste Springer, auf den Befehl des Fürsten „drum wählet mit dem Würfelspiel....“ aus der Trommgesellenmitte "ausgewürfelt", ein zweiter ebenso. Nach der Wahl der Brunnenspringer fordert der Obergeselle seine Gesellen zum Spalier auf. Durch dieses Spalier gelangen die Brunnenspringer vom Podium über eine Pranke zum Brunnen. Auf dem Brunnen angekommen tanzen die Brunnenspringer auf dem schmalen, oft mit Eis bedeckten Brunnenrand den Hopser&Schleifer. Die Trommgesellenpaare tanzen derweil auf dem Podium.
Anschließend bekommen die Springer von ihren Maiden nochmals heißen Glühwein in ihren Krug und die Maischer bekommen von ihrem Obermaischer den Befehl zum "Aufmaischen", um das Brunnenwasser in Wallung zu bringen:

Der Obermaischer gibt den Befehl:

Maischer, setzt an
Maischer, maischt auf
Dem Bürger a Glas - em Schultes a Maß - em Pfarrer dr Wei - so soll es sei
Maischer land no

Danach rufen die Springer nacheinander ihre Sprüche aus und trinken dabei aus ihrem Krug:

Ein Hoch auf Magistrat und Debutat
Ein Hoch auf Pfarrer und Bürgersleit
Und ein Hoch auf meine Liebste

Auf ein gemeinsames Kommando werfen sie ihre Krüge mit einem kräftigen Wurf an die Brunnensäule.

Dreimal stürzen Sie sich dann mit einem Kopfsprung in die eisigen Fluten. Nach ihren drei Sprüngen dürfen sie, begleitet vom Munderkinger Narrenlied der Stadtkapelle, ein jeglich Maidlein küssen. Hierbei ziehen sie durch die Straßen und die Lokalitäten rund um den Marktplatz.

Noch ein weiteres Mal gibt es den Brunnensprung zur Fasnetszeit: Nämlich am Fasnetsdienstag vor der Schlüsselrückgabe an den Bürgermeister.
Ganz wichtig: Das Brunnenwasser wird niemals geheizt und die Brunnenspringer tragen keine Schutzanzüge.

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