...Unnützer Gruscht für einen guten Zweck in närrischer Manier zu versteigern, ist eine rhetorische Kunstform...

Der Grempelesmarkt

Anfänge

Im Jahr 1892 hatten sich verschiedene Handwerker am "Blauen Montag" in der "Laute" zu einem Frühschoppen getroffen. Dabei klemmte einer seinen Lederschurz in der Türe ein. Ein anderer schnitt das eingeklemmte Stück ab und versteigerte es. Der Geschädigte, Gerbermeister Gerhard Schmid, nahm den angeschnittenen Schurz, zerschnitt ihn weiter und versteigerte die Stücke. Das erlöste Geld wurde dem Stadtpfarrer zur Verwendung für bedürftige Erstkommunikanten übergeben.


Anzeige aus dem Donauboten vom 23.02.1895

Ein "Zigarrenspitzchen-Sammelverein" lud später vor das Gasthaus "Lamm" zum "Gerümpelmarkt" und institutionalisierte damit diese kuriose Einrichtung. Aus diesen Anfängen hat sich im Laufe von über 100 Jahren eine von der Munderkinger Fasnet nicht wegzudenkende wohltätige Veranstaltung entwickelt.

Anzeige aus dem Donauboten vom 15.02.1896:

 

Der Gremplesmarkt heute

Jeweils am Fasnetsmontag und -dienstag Morgen findet der "Grempelesmarkt" von 9 - 12 Uhr im "Alten Spital" statt. Auf sehr humorige Art wird allerhand nützes und unnützes Zeug gewinnbringend versteigert. Der Auktionator versteht es auf lustige Art z.B. auch einmal eine Hand voll Luft für 5 Euro zu versteigern. Zwischen den Angeboten wird natürlich auch gesungen, was den Versteigerer dazu veranlasst zu rufen: "Wer singt, zahlt 5 Euro!" Die Einnahmen aus dieser Versteigerung werden bis heute für wohltätige Zwecke in der Stadt verwendet.

 


Notar Josef Huber voll in Aktion (Bild von 2002)


...und das geneigte Publikum (Bild von 2002)

 


und auch 2004 - lauter bekannte "Narragsichder"