...Oder Närrinnen und Narren bei der Interaktion...

Das Maschgera-Gau

Während der Brunnensprung ein Spektakel ist, das Tausende von Ausserhalb anzieht, ist das "Maschgera gau" am "Glompigen Donnschtig" eine lang ersehnte Handlung, hauptsächlich für die Munderkinger. Ursprünglich waren es reine Frauengruppen, die an den Abenden des "Glompigen", des Fasnetssonntags und des Fasnetsmontags als alte Weiber oder alte Männer verkleidet durch die Wirtschaften zogen. Zwar dominieren noch immer die Frauengruppen, aber so mancher Mann hat sich mittlerweile darunter gemischt. Diese bunt maskierten Gruppen beschäftigen sich lange vorher schon mit dem Motto ihrer Darstellung und der Herstellung von kleinen Geschenken, sog. "Kromet"(urspr. Marktmitbringsel). Alle Frauen sind so maskiert, dass man sie mit Sicherheit nicht erkennen kann. Die mitwirkenden Männer sind aber immer unmaskiert. Sehnsüchtig wird das "Maschgera" von der Bürgerschaft erwartet. Und man muss sich sputen um rechtzeitig einen Platz in einem der übervoll besetzten Gasthäuser zu ergattern. Mit großer Liebe und viel Aufwand werden die "Kromet" hergestellt und an die Männer verschenkt. Diese warten schon auf die Präsente. In Munderkingen heisst es: "Viel Kromet - viel Ehr!". Die "Mäschgerle" zeigen den betroffenen Personen nun die Missgeschicke und Fehltritte des vergangenen Jahres auf - mit verstellter Stimme natürlich: man will ja nicht erkannt werden. Die Mäschgerle treten meisst paarweise oder in kleinen Gruppen auf.

 
Maschkra-Gau 1996

Moritatensänger

  Vor allem am Abend des Fasnetsonntag ziehen die Moritatensänger durch die Wirtschaften Munderkingens. Hier werden die Peinlichkeiten und lustigen Vorkommnisse des vergangenen Jahres auf humorvolle Weise karikiert.

Moritatensänger 1995

 

Erotisches aus 1925

Mitte der zwanziger Jahre fand das Fotografieren mit Blitzlicht-Birnen Anwendung auch in der Fasnet in Munderkingen. Das Bild stammt aus dem Besitz von Agnes Steck und sorgte damals für einen handfesten innerfamilären Skandal: Karl Lander bedrängte seine spätere Ehefrau Maria (geb. Ehrhart), sich mit ihr in Kusspose ablichten zu lassen (siehe links oben).

Weitere Personen: rechts oben Agnes Steck, geb. Ehrhart; links ?; mitte: Josefa Hirsch, geb. Frankenhauser; rechts: Klara Mohn, geb. Doll; unten: Theo Mohn (unscharf)
 
Foto ca. 1925